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Vor zwei Jahren, pflanzte Frau Reimerdes in ihrem Garten gut 22 Arten. 16 von ihnen gediehen prächtig und sechs dieser Arten konnten der starken Konkurrenz nicht standhalten und suchten sich daher freiwillig andere ökologische Nischen.

Begonnen hat alles damit, dass sich die noch jungen Pflänzchen und ihre Gärtnerin erst mal darauf einigten, sich gegenseitig in den Doppelstunden mit Kaffee und Kuchen zu versorgen, um dann geistig biologische Höchstleistungen zu vollbringen. Gegen Fressfeinde aus den Biologie Grundkursen, die in den Pausen immer in unser Revier eindrangen, konnten wir uns zwei Jahre erfolgreich (nur mit geringen Verlusten) verteidigen.

Als erstes trafen wir bei der Erkundung unseres Gartens auf die gemeine Fruchtfliege Drosophila Melanogaster, die versucht hat, mit Hilfe ihres Erbmaterials, uns die Genetik verständlich zu machen. Zur allgemeinen Begeisterung ist die Fruchtfliege allerdings nicht nur für die Genetik ein beliebtes Forschungsobjekt, sondern auch für viele weitere Teilgebiete der Biologie. Sie sollte in den nächsten zwei Jahren immer wieder um uns herumschwirren. Lebend ist uns allerdings nie eine begegnet?!

Die Frage nach unserer Herkunft beantwortete sich recht schnell, nachdem viele, viele Stunden über die Evolution mit all´ ihren Mutationen, Selektionen, Homologien, Analogien, Rudimenten, Atavismen und Rekombinationen gesprochen haben. Vielen wurde jetzt die letzte Hoffnung genommen, dass wir nicht vom lieben Gott erschaffen sind, sondern das wir uns über Milliarden Jahre aus einem Zellklumpen zu hochentwickelten, zum größten Teil, intelligenten Lebewesen entwickelt haben. Das Thema der Evolution begegnete uns dann auch in unserer eigentlich ganz einfachen Abiturklausur wieder, wo sich trotzdem alle an den Disteln, mit ihren kleinen Parasiten, stachen.

Wir hatten zwar schon vorher Probleme wie den Beutelmull und Parasiten mit Hilfe hochwirksamen Wissens bekämpft, jedoch waren die Disteln wesentlich wiederstandsfähiger und verfügten über Taktiken, die uns eher verwirrten, als das sie uns halfen.

Wir veranstaltete mit der Gärtnerin in regelmäßigen Abständen sogenannte Kurstreffen, die unser Wachstum fördern sollten und uns vor Pflanzengiften wie Alkohol resistent machen sollte. Im Verlauf dieser Kurstreffen bedankten wir uns bei unserer Gärtnerin mit einem frivolen Buch, aus welchem, in einigen Stunden, vorgelesen wurde.

Am Ende unserer Aufzucht im heimischen Garten, wurden wir über unser angeborenes Verhalten aufgeklärt, was im Gegensatz zu unseren anderen Themen weniger mit Sex zu tun hatte als sonst. Die Frage, die jetzt aufgeworfen wurde war: Was ist der Unterschied zwischen Mensch und Affe? Diese Frage konnte leider nicht beantwortet werden, da genauso viel negativ Beispiele gefunden wurden, wie positiv Beispiele.

Jetzt sind die Pflanzen beinahe ausgewachsen und werden überall hin verschickt um ihr Leben selbst zu meistern. Jedoch werden die Meisten die heißen Diskussionsrunden vermissen, bei denen zum Glück keiner einen seelischen Schaden genommen hat. (Jeder der etwas anderes behauptet, hatte diesen Schaden schon vor eintritt in den Garten!)

Wir wissen, dass es nie wieder so standhafte und starke Pflanzen nach uns geben wird, aber dies haben wir nur unserer fleißigen Gärtnerin Frau Reimerdes zu verdanken, die keine Mühen gescheut hat, uns das Wissen in der Biologie näher zu bringen.

Mit diesem LK-Bericht möchten wir uns alle bei Frau Reimerdes bedanken, die uns auf unserem schwierigen Weg zum Abitur so tapfer begleitet hat. Obwohl wir von Disteln in unseren Alpträumen gequält worden sind, wünschen wir Ihnen weiterhin viel Glück und viel Spaß, auch ohne uns.

von Daniel Puppe und Moritz Helmchen