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„Good morning."

- „Good morning."

Ja, richtig gehört, wir haben alle im Chor geantwortet. Was wir uns im Laufe der Jahre trotz elterlicher Erziehung nahezu abgewöhnt und worauf manche Lehrer uns schon gar nicht mehr hinwiesen hatten, erlebte in diesem Englisch-Leistungskurs sein Comeback: Disziplinierte Einhaltung des Gebotes der höflichen Umgangsformen.

Nachdem vor den Sommerferien 1998 achtzehn SchülerInnen auf die grandiose Idee gekommen waren, sich ausgiebigst mit der Weltsprache Englisch zu beschäftigen, kamen nach den Ferien acht von ihnen vom Kurs ab – selbst Jörn, und der war schließlich zwei Wochen in Irland - und strandeten bei der Konkurrenz oder verließen die Anstalt gänzlich, um wenig später wieder an diese zurückzukehren.

Und obwohl Arne, Boris, Leif, Till und Björn es zu verhindern wussten, Herrn Domnick noch einmal Verhältnisse wie in Manchester zu bescheren, hatten wir dass Gefühl, dass er sich durchaus damit anfreunden konnte, die Gesellschaft Katrins, Janas, Annas, Susans und Berits mit der genannten männlichen Jugend zu teilen, um erfolgreich eine arbeitsame Atmosphäre zu schaffen, die zwischendurch durch Video-Konsum aufgelockert wurde.

Wurde das Unterrichtsniveau zu Beginn angesichts intensiver Lautsprachenlehre noch mit einem müden Lächeln bedacht, wurde uns schließlich im Rahmen der Lektüre Hemingways, Shakespeares, Tennessee Williams & co. die Möglichkeit gegeben, unsere wahren Qualitäten stolz zu präsentieren. „ambition!", „chaos!?", „chaos!", „ambition!" ... immer hatten wir die richtige Antwort parat. Zwar schlichen sich trotz freitäglicher Grammatik-Übungen bei dem einen oder anderen, d.h. eher bei dem einen Schüler, der hier aufgrund seines I-spent-one-year-in-the-U.S.-Perfektionsanspruches nicht genannt werden möchte, woulds in den if-clause ein, jedoch wies uns Herr Domnick stets geduldig auf diese Mängel hin.

Apropos Perfektion: Auf der aktuellen Hitliste der gesammelten Domnickschen Weisheiten (Stand: Mai 2000) belegt „nobody´s perfect" den klaren ersten Platz vor „Wenn es dem Esel zu heiß wird, geht er aufs Eis". Eventuelle Änderungen mögen von den nachfolgenden Jahrgängen sorgsam protokolliert werden.

Zugegebenermaßen boten wir Herrn Domnick durch gewisse Eigenheiten nicht selten Anlass zur Missstimmung. Neben „I-forgot-my-homeworks, aber-es-ist-ja-auch-nur-der-dritte-LK-und-der-ist-mir-nicht-so-wichtig"-Leif, „Ich-wollte-pünktlich-sein"-Arne, „Was-ist-der-Grund, warum-sie-freitags-nicht-kann?"-Katrin und Computergetippte-Hausaufgaben-Björn („Haben Sie das selbst geschrieben? ... Ja, wirklich? ... Bei den Möglichkeiten, die man heute hat, weiß man ja nie ... aber Sie sagen, dass Sie es selbst geschrieben haben? ... Na, dann will ich Ihnen mal glauben") können sich auch alle anderen Übeltäter unter uns bei der zukünftigen Ordnungshüterin Susan bedanken, die Mister D. mit Berichten über ihre BGS-Pläne regelmäßig von Neuem in extatische Begeisterungszustände versetzte und somit allen Ärger vergessen machte. Also: Danke!

Nun, da wir uns als Abiturienten/innen betiteln dürfen und vielleicht sogar dem Rat unseres Lehrers, nach Süddeutschland zu ziehen – oder sollte man lieber sagen dem Verbot unseres Lehrers, hier zubleiben? - folgen, verfügen wir über einen vielseitigen Einblick in die amerikanische bzw. englische Literatur, haben es gelernt, Bezüge zwischen literarischen Inhalten und gesellschaftlichen und politischen Problemen herzustellen, und können uns den Klausurergebnissen und einer Theorie unseres Lehrers zufolge, sicher sein, gesunden Menschenverstand zu besitzen. Für die Zukunft sind wir demnach bestens gerüstet.

Dann wommamma !

P.S.

Abschließend möchten wir an dieser Stelle noch eines der bestgehütetsten Geheimnisse unserer Zeit lüften: Das Vokabelabfragsystem des Herrn Domnick, an dessen Entschlüsselung bereits Generationen von Schülern verzweifelt sind.

Zunächst werden alle SchülerInnen der alphabetischen Reihenfolge entgegen, nach dem normalen Schema 1, 2, 3, 4, ... fortlaufend durchgezählt, sodass jedem potentiellen Opfer viele individuelle Nummern zugeordnet werden können.

Zur Ermittlung der Abzufragenden werden dann folgende Formeln angewandt, die wir nicht ohne Stolz verkünden:

Für die eine Testperson:

Anzahl der Kursteilnehmer multipliziert mit Bismarcks Geburtsdatum (01041815) + 7

Datum des entsprechenden Tages – Schuhgröße desjenigen, der aus Lehrerperspektive vorne links sitzt

Für die zweite Testperson gilt die Formel in leicht abgewandelter Form: Die Anzahl der Kursteilnehmer wird durch die Höchstgeschwindigkeit des Stuka (in km/h) ersetzt.

Berit Höck