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Es ist doch immer das gleiche. Für den Chemie LK melden sich die Chemiebegeisterten, für den Mathe LK melden sich die Mathebegeisterten, für den Erdkunde LK melden sich die – melden sich die , die nicht Chemie-, Mathe- oder Sonstwas-begeistert sind. Sprich, es ist ein Kurs, der sich aus denen zusammensetzt, die später mal viel Geld verdienen wollen, aber noch nicht genau wissen wie.

Vierzehn Schüler gehörten damals zu denjenigen, die „Fachbegriffe, Fachbegriffe, Fachbegriffe“ lernten, in Erdkunderäumen ohne Fenster grundsätzlich versagten, und Mr. Mercedes somit vom Glauben abbrachten, obwohl dieser sich später noch zu der Aussage „Ich liebe Euch!“ verleiten ließ. Für Melanie und Karsten kam dieses Bekenntnis jedoch zu spät. Der Kurs wurde kleiner, und kleiner. Und nachdem Helge und Astrid endlich ihren Weg, der sie zum Reichtum führen sollte, gefunden hatten, entstanden schließlich „Die tollen Elf“ (inkl. Roland).

Es waren zwei Jahre der Gegensätze, voller Zuckerbrot und voller Peitsche, voller Materialbezug und voller Fachbegriffe, voller Kleinkriege zwischen Telekom und Douglas, und voller „Steinkohle in Brasilien – Ja oder Nein?“. Und doch gab es in der Erdkunde AG einen Aufschwung. Der Aufstieg! Der Aufstieg Rolands zur Toleranz unserer Inkompetenz gegenüber, der Aufstieg des Jubis, der Aufstieg des Kurses nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch eine Exkursion und drei(!) Kurstreffen zu organisieren und der Aufstieg meinerseits auch endlich in Aktien zu investieren. Aktien! Ein Thema, das, unvermeidlich mit dem Mysterium Internet zusammenhängend, uns faszinierte. Bei Aktien geht es um Geld, Gewinne, die schnelle Mark an der wir alle so interessiert sind.

Genau das war unsere Vorstellung vom Fach Erdkunde: Wie werde ich mit möglichst wenig Aufwand möglichst schnell reich. So beherrschte meist die Diskussion über neueste Kursentwicklungen, Herrn Düsentrieb oder Yahoo unser Unterrichtsgeschehen. (Zweifelsohne kommt da die Frage auf, ob es sich tatsächlich um einen Leistungskurs, oder nicht vielleicht doch um einen Aktienkurs handele.)

In das obere Feld der Gesprächsthemen gelangte ansonsten nur noch der Name einer bekannten deutschen Automarke und die Frage über die Effizienz der Arbeit unseres Hausmeisters Herrn Fröse.

Doch abseits von Spaß und Begeisterung gab es auch dunkele Kapitel in unserem Kurschat.

Das Schreiben, Besprechen und Zurückbekommen unserer Klausuren ist sicherlich in dieses Kapitel einzuordnen. In diesen Momenten setzte Roland seine Strafmaske auf, sammelte das Zuckerbrot ein und klärte uns über Vernetzung von Material, saubere Formulierungen und die Anforderungen auf dem Gymnasium im Allgemeinen und im Speziellen auf.

Ziehen wir also Bilanz:

Vor zwei Jahren dachten wir über Roland Harken: er ist ein familienväterlicher, bausparender Musikknochen. Heute wissen wir: Ja, er ist es. Aber hinzu kommt noch, dass er nächtelang mit dem Internet kämpft, um uns mit neuestem Material zu versorgen, dass er genial- minimalistische Tafelbilder spontan entwirft, und dass er ein notorischer Zuspätkommer ist.

Vor zwei Jahren dachten wir über das Fach Erdkunde: Wer dieses Fach als Leistungskurs wählt, wird in zwei Jahren ein erfolgreicher Manager sein. Heute wissen wir: Niemand von uns ist ein erfolgreicher Manager.

Des weiteren dachten wir vor zwei Jahren: Jute kann man essen. Heute wissen wir die Antwort, verraten sie aber nicht, denn das kann jeder mal selbst zu hause ausprobieren.

Guten Appetit wünschen „Die tollen Elf“

(hier vertreten durch Nis K.)