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„...und der letzte Penner schreibt denBericht..."


Dear Clemens Friese,

haben wir wohl den Kurs zu verdanken, mit dem sich dergrößte prozentuale Anteil von Teilnehmern identifiziert. Nämlich alle vier,oder waren es fünf. Ja waren es, und was für welche. Bei solch riesigemTeilnehmeraufgebot obliegt mir die Freude, nein, drängt sie sich mir auf, aufjede dieser angehenden Sozialhilfeempfänger mit ein paar Worten einzugehen.Unsere Nummer eins, Thomas Spliedt, hat frühzeitig das Handtuch geworfen unddafür gip‘s ein dreckiges pfui, pfui, pfui vom Rest. Denn wisse: „Werfrühzeitig die Zukunftsperspektiven einer musischen Laufbahn erkennt, der sagezumindest den anderen bescheid, bevor er sich über den eulerschen Rechtsweg aufnimmer Wiedersehen in den sicheren Hafen der Sprachwissenschaften manövriert,oder er werde doch zumindest noch Musiklehrer..." Womit wir bei der Nummerzwei angelangt wären: Clemens Friese. Er entschloss sich, die Ehre und den Rum,die den Musiker tagtäglich zur Arbeit prügeln, auf dem leichten Wege zuerhaschen. Er heiratete eine schöne reiche Frau, studierte und wurde so etwaswie ein Musiklehrer. Er hatte alles, was er sich damals erwünscht hatte, und esfehlte ihm zu seinem vollkommenen Glück eigentlich nur noch ein Schüler, neinder Schüler, unsere Nummer drei. Derjenige, der Preußens Gloria schon imMutterleib zum Einschlafen gehört hat, der als Dreijähriger um Mitternachtseine Eltern mit der Toccata aus den Fugen, nein, dem Bett riss, umanzukündigen, dass er mal aufs Töpfchen müsse. Die Rede ist natürlich vonNis Kötting, dem musischen Bauernsohn von irgendwo hinter Sandbek rechts rein.Sein Talent ist unumstritten und er ist derjenige, der in den schwerstenMomenten des Unterrichts Antworten wie: „...Be moll 13 verminderte 7..."oder „...Hohes C? Ja, gerne..." im petto hatte. „Das hat dir der Teufelgesagt", schallte es einige Male aus einer dunklen Ecke des anliegendenNachbartisches. Ja, wo viel Licht ist, da ist viel Schatten und wo viel Schattenist, da ist unsere Nummer 666, hahaha, nein unser Momme, der wohl nettesteFast-Teufelsanbeter, den ich kenne. Er sorgte dafür, dass der Unterricht nichtlangweilig wurde und fiel unserer Nummer zwei, oftmals durch seine Anwesenheitmächtig auf den Pumpernickel. Er entschied sich aus lauter amible und ohnejeglichen Anflug von lamentabile und am Ende doch allegro molto in den 12.Jhg zuflüchten, in dem wie er selber sagt: „...die Frauen viel toller [sind] alsbei uns im Jahrgang...". Er war jedoch aus Solidarität bereit, auch dieletzte Zeit noch in unserem Kurs mit zu schwitzen und einen Gegenpol zumRumgeglänze von Nummer drei zu bilden, dafür gip‘s von mir ein supi, supi,supi und den Heldenbonus für Jahrgang 12. Jetzt zu mir, Jörn Brodersen, dieNummer fünf, der gerade vor lauter Wehmut, die ganze Tastatur volltropft, nein„Wehrmut" heißt das Zeug. Der Versuch, Angaben über meine eigene Personnieder zu schreiben, wird gerade in diesem Augenblick von meinem Über-Icherfolgreich vereitelt. Somit nur soviel, ich bin erst zum Halbjahr in diesenKurs gekommen und hatte riesige Probleme mit der straffen Arbeitshaltung und demNachholen des Lernstoffes. Alles Blödsinn, der Kurs ist einfach grandios, wirgucken Tom und Jerry und diskutieren über die Gedanken von Musikern, die ihregenialen Einfälle wahrscheinlich der Öffnung des Ozonlochs und somit einemSonnenstich zu verdanken hatten. Zudem verschwenden wir massenhaft Steuergelder,da wir die Arbeitszeit von Nummer zwei natürlich volle 45 Minuten in Anspruchnehmen. Dieser Kurs ist und bleibt wohl der einzige, in dem alle drei anwesendenSchüler um einen Lehrer sitzen, der falsch herum auf seinem Stuhl kippelt undden Kopf auf dem Tisch der Schüler liegen hat, während er mit derFernbedienung gegen die Musikanlage kämpft. Für diesen ungewöhnlich spaßigenund doch leistungsstarken Kurs möchte ich mich im Namen aller Beteiligtenbedanken. Das Foto zeigt die anderen in Bettelkleidung und hat, außer zuunseren Perspektiven, zu Nichts einen Bezug, erst recht nicht zum Text.